Posaunen aus Markneukirchen - von Knoth zu B&S
16.09.2011
Jeden letzten Sonntag im August begeht das renommierte Musikinstrumenten Museum Markneukirchen und dessen Förderverein einen sogenannten „Handwerkertag“. An diesem Sonntag kann man Musikinstrumenten- Handwerkern im Museum über die Schulter schauen und es wird entsprechend Musik gemacht. Diesen Tag nahm Gerhard A. Meinl, der Geschäftsführer von B&S zum Anlass, dem Museum einen Satz Posaunen von Kurt Knoth zu stiften. Aus der Werkstatt von Kurt Knoth war die seines Neffen Meister Johannes Scherzer hervor gegangen. Lange noch über die DDR-Zeit hinaus führte Meister Johannes Scherzer den Spitznamen seines Verwandten im Markennamen, nämlich „RINO“. Dies deshalb weil Kurt Knoth aufgrund seines Aussehens den Namen des italienischen Räuberhauptmanns Rinaldo Rinaldini. Die Werkstätte Scherzer war dann schließlich über diverse Umwege des Musikkombinates zu der B&S gekommen, wo man dieser berühmten Werkstätte auch immer eine besondere Selbständigkeit einräumte.
Um dies zu würdigen und nicht der Vergessenheit anheim zu geben, hatte Gerhard Meinl privat einen Satz eines Markneukirchner Musikers erworben und eben diesen dem Museum gestiftet. Die Posaunen müssen aufgrund der Gravur mit dem Verweis auf dem VEB Sinfonia aus den frühen 60-er Jahren stammen. Sie waren gebraucht von Siegfried Baireuther (1932 bis 2011), welcher die Instrumente im Sinfonieorchester Reichenbach spielte, der heutigen Vogtland-Philharmonie Greiz/Reichenbach. Nach seinem Tod hatte seine Witwe dem Museum sie zum Kauf angeboten, wie es der Wunsch des verstorbenen Posaunisten auch war.
Der Tag war passend und zielbewusst gewählt, denn eben an diesem letzten Sonntag im August hatte nach einem Firmenfest die B&S GmbH auch in ihre Werkstätten geladen und an einem Sonntag gearbeitet, um 50 Händlern aus Deutschland die Leistungskraft des Unternehmens, auch nach 20 Jahren der Privatisierung, zu demonstrieren.
Dabei wurde den anwesenden Händlern auch von dem Chef der Entwicklungsabteilung, Geschäftsführer Ferdinand Kleinschmidt, die neue B&S-Posaunenserie „Meistersinger“ vorgestellt. Neben der Tenorposaune mit dem Namen „Stolzing“ trat nun der Bass aus der Oper, nämlich die Bassposaune „Sarastro“. Unterstrichen, demonstriert und vorgeführt wurden diese neuen B&S-Posaunen von dem namhaften Posaunenquartett aus Dresden „For in Hand“, geleitet von Prof. Olaf Krumpfer von der Musikhochschule in Dresden. Frank van Nooy, der Bassposaunist der Semperoper, bewies den Händlern die Allgewalt des neuen Instruments.
Von Markneukirchen aus machte sich dann Gerhard A. Meinl persönlich auf den Weg, um bei europäischen Musikfestspielen Bassposaunisten aufzusuchen und dort einen Feldtest fortzusetzen, um die Bassposaune dann endgültig zur Musikmesse in Frankfurt 2012 zu vermarkten. In Salzburg testeten die Wiener Philharmoniker und das Chicagoer Symphonie-Orchester und in Luzern das Orchester aus Pittsburgh.
Im Oktober folgt dann eine Tournee dieser Posaunen durch deutsche Musikhochschulen zusammen mit Professor Carl Lenthe aus der Indiana University im Bloomington, vormals Bayerische Staatsoper und Bamberger Symphoniker.









